Mo. | 09.11.2026 | 20:00
Gedenken an die Novemberpogrome von 1938
ICH, DIE FINSTERNIS!
Szenische Lesung nach dem Roman von Carsten Degenhardt
Tickets verfügbar
Eintritt frei • Anmeldung per E-Mail
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Grafik: Hanno Endres
Eintritt: frei
Anmeldung
Dauer: ca. 40 Minuten, keine Pause.
Im Anschluss besteht Gelegenheit zum Austausch.
mit Stefan Nászay und Sascha Brügger
Regie: Toto Hölters
Produktion: Kammertheater Der Kleine Bühnenboden
Die Lesung ist Teil einer von Carsten Degenhardt angestoßenen deutschlandweiten Aktion zum Gedenken an die Novemberpogrome von 1938.
Wie werden Menschen zu Tätern?
Am 9. November erinnert das Kammertheater Der Kleine Bühnenboden mit einer szenischen Lesung an die Novemberpogrome von 1938. Sie blickt weniger auf die Ereignisse als auf das, was Gewalt möglich macht: Ideologie, Radikalisierung und die Rechtfertigung des Unmenschlichen.
„ICH, die Finsternis!” stellt zwei Männer gegenüber. Tristan-Maximilian von Ras, 18, ist in einer völkischen Familie aufgewachsen, in der Zuneigung an Gehorsam und Leistung geknüpft war. Er ist klug, höflich, kontrolliert und überzeugt, im Besitz der Wahrheit zu sein. Enzo Embacher, 40, ist sein Geschichtslehrer. Er vertraut auf Wissen, Aufklärung und das Gespräch, bis aus dem Gespräch eine Gefangenschaft wird.
Die Geschichte ist fiktiv, die Fragen sind es nicht. Wie entsteht ideologische Prägung? Wann kippt Überzeugung in Gewalt? Und was vermag Aufklärung gegenüber jemandem, der keine Fragen mehr zulässt?
Stefan Nászay und Sascha Brügger lesen ausgewählte Szenen aus Carsten Degenhardts gleichnamigem Debütroman, einem Psychothriller, der am 19. Oktober 2026 erschienen ist. Regie führt Toto Hölters.
Die Lesung gehört zum medienübergreifenden Projekt FINSTERNIS des Autors und wurde zuerst zum Auftakt der 60. Internationalen Hofer Filmtage gezeigt.
Hinweis: Die Lesung thematisiert Holocaustleugnung, rassistische Ideologie sowie körperliche und psychische Gewalt.
Zum Autor
Carsten Degenhardt arbeitet als Filmemacher und Autor.
Sein Kurzfilm „Der Schrei” (2009) erhielt von der FBW das Prädikat „besonders wertvoll”, „Judengasse” (2012) war für den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis nominiert, die Serie „Mut zum Kreuz” wurde 2018 mit dem Bayerischen Innovationspreis ausgezeichnet.
Im Zentrum seiner aktuellen Arbeit steht das Gesamtwerk FINSTERNIS über Radikalisierung und die Frage, wie demokratische Gesellschaften mit Kräften umgehen, die ihre Freiheit nutzen, um sie infrage zu stellen. Es begann mit dem Kurzfilm „Prolog der Finsternis” (Grenzgänger-Preis der Evangelischen Kirche), setzt sich im Debütroman „ICH, die Finsternis!” fort und soll in einem Kinofilm münden.


