Spielzeit 2021/2022

DAS INTERVIEW - nach dem Filmdrama von Theo van Gogh

Schauspiel: Maria Goldmann, Konrad Haller
Regie: Jens Pallas


Mit 1G ins Theater:
• max. 24h alter, zertifizierter neg. Antigen-Schnelltest.
• während der Vorstellung Maskenpflicht am Platz (dringende Empfehlung: FFP2-Maske) 

Bitte beachten Sie die Hinweise für Ihren Besuch!

Premiere: 

Fr. 25.03.22 • 20 Uhr

weitere Termine:
Fr. 08.04.22 • 20 Uhr
Sa. 09.04.22 • 20 Uhr

Fr. 22.04.22 • 20 Uhr
Sa. 23.04.22 • 20 Uhr

Sa. 30.04.22 • 20 Uhr
So. 01.05.22 • 18 Uhr 

Sa. 14.05.22 • 20 Uhr

Fr. 27.05.22 • 20 Uhr | Tickets
Sa. 28.05.22 • 20 Uhr | Tickets


Schauspiel:  Maria Goldmann & Konrad Haller
Regie: Jens Pallas
Medien: Hanno Endres

Dauer: ca. 75 Minuten / keine Pause


Pressebilder (Fotos: Hanno Endres)

  • KBB-DAS_Interview_01
  • KBB-DAS_Interview_02

  • KBB-DAS_Interview_03
  • KBB-DAS_Interview_04



Ein Politikredakteur soll einen Fernseh-Soap-Star interviewen – so beginnt das Theaterstück nach dem medienkritischen Film „Das Interview“ von Theo van Gogh. Theo van Gogh – ermordet aufgrund seines kritischen und provokanten Blickes auf unsere Gesellschaft.

Zwei Menschen, die sich in offizieller Mission begegnen: Politikredakteur soll Fernseh-Soap-Star interviewen. Beide haben Besseres zu tun – der Reporter unvorbereitet, die Schauspielerin unwillig. Er war als Kriegsberichterstatter in Bosnien, sie ist angeblich nur Busenwunder. Sie ist jung, er ist schon in der Midlife-Crisis. Sie fummelt ständig am Handy, er am Aufnahmegerät.

Der Trick von Theo van Gogh besteht darin, dass hier die Widersprüche der Mediengesellschaft wie unterm Mikroskop vorgeführt werden. Das Publikum giert nach sogenannten Home-Storys, also Geschichten, in denen man angeblich das Privateste von Politikern oder Showstars erfährt; und alle wissen, dass man nur Inszeniertes bekommt, dass die Interviewten sich sehr genau überlegen, wie sie sich in der Öffentlichkeit darstellen. Wer tatsächlich Intimes erzählt, wer sich schutzlos macht, hat schon verloren.

Auf dieser Grenze balanciert das Theaterstück. Dass der Showstar die Maske fallen lässt, etwas von sich preisgibt – das muss Ziel des Reporters sein. Den Journalisten, jenseits seiner Medienmacht, auf ein menschliches Maß zu reduzieren, ihn verletzlich zu sehen, ihn einzubinden, ihn möglicherweise – auch sexuell – zu verführen: Das ist die Strategie der interviewten Karrierefrau, die das Gesetz des Handelns in der Hand behalten will.
Ein messerscharfes Duell um Sein und Schein.

Hier sind alle Taktierer und Selbstvermarkter und alle wissen, dass sie Theater spielen oder eben auch nicht.


Die Presse schreibt:

 " Intensives Spiel und eine gelungene Premiere"

"Langanhaltender Applaus auch für Regisseur Jens Pallas der diesen gelungenen Balanceakt aus zeit- und medienkritischem Aufklärungsstück, Beziehungsdrama und Melodram, Komödie, Boulevard und Dirty Talk gekonnt in Szene gesetzt hat."
Münstersche Volkszeitung, 26.03.2022

 

 " Zwei-Personen-Furioso "

"Diese spartanische Szenerie wird mit wenigen Sätzen in eine Arena verwandelt: „Sei nicht so respektlos“, mahnt Polit­reporter Pierre (undurchdringlich: Konrad Haller) seine prominente Interviewpartnerin (rasant: Maria Goldmann)."
Westfälische Nachrichten, 27.03.2022


Plakat

 Das Interview nach dem Filmdrama von Theo van Gogh - Theater Plakat Der Kleine Bühnenboden Münster 2022


Der Autor

Theodoor „Theo“ van Gogh (*1957 in Den Haag; † 2004 in Amsterdam) war ein niederländischer Filmregisseur, Publizist und Satiriker. Er wurde am 2. November 2004 vom islamischen Fundamentalisten Mohammed Bouyeri ermordet. Der Regisseur war ein Urenkel von Theo van Gogh, dem Bruder Vincent van Goghs.

Van Gogh galt schon lange in den Niederlanden als enfant terrible. Er rief mit provokanten, auch zynischen Äußerungen und Spott immer wieder Kontroversen in den Medien hervor. So kritisierte er die multikulturelle Gesellschaft, die einen Angriff gegen die „Normen und Werte der westlichen Gesellschaft“ darstelle und den „aggressiven und rückständigen Islam“ verteidige. Moslems bezeichnete er häufiger als geitenneukers (deutsch: Ziegenficker).[2] Dem Schriftsteller Leon de Winter warf van Gogh „Vermarktung seines Judentums“ vor und provozierte ihn und dessen Frau in diesem Zusammenhang mit sexuellen Anzüglichkeiten. Ferner bezeichnete er den aus einer jüdischen Familie stammenden sozialdemokratischen Politiker Job Cohen wegen dessen interkultureller Verständigungsbemühungen als einen von „Allahs Schlächtern“, der „als Jude für die Drecksarbeit zuständig“ sei. Andererseits forderte er Liberalität und Freiheit, zeichnete sich als Interviewer und Regisseur durch Sensibilität und Geduld im Umgang mit Gesprächspartnern und Schauspielern aus. Die Presse beschrieb ihn auch als liebevollen Familienmenschen.

1984 brachten ihm geschmacklose Witze und die Karikatur „zwei kopulierende gelbe Sterne in der Gaskammer“ eine Klage wegen Antisemitismus ein; in der Berufungsverhandlung wurde er freigesprochen. Van Gogh beschränkte sich aber keineswegs auf jüdische oder islamische Themen, er attackierte ebenso christliche Werte und Symbole.

Einen seiner letzten Filme, Submission (dt. „Unterwerfung“), erstellte er in Zusammenarbeit mit der Islamkritikerin und ehemaligen Muslimin Ayaan Hirsi Ali. Der Film handelt von vier muslimischen Frauen, die über ihre Missbrauchserfahrungen sprechen. Zu sehen sind die verschleierten Gesichter der Erzählerinnen und ihre durchsichtig bekleideten Körper, beschrieben mit fünf Suren aus dem Koran, die die Frau zur Unterwerfung unter ihren Ehemann auffordern, und gezeichnet von Schlägen und Striemen durch Peitschenhiebe. Die Fernsehausstrahlung am 29. August 2004 führte zu heftigen Reaktionen unter Muslimen, woraufhin Hirsi Ali wegen mehrfacher Morddrohungen zeitweilig unter Polizeischutz gestellt wurde, nicht jedoch van Gogh.

Eine Produktion des Kammertheaters Der Kleine Bühnenboden mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts der Stadt Münster